Sunday, May 30, 2010

Bath


Weil 3 Tage gutes Wetter in England unmöglich ist, wurden wir gestern in Bath gebadet :3

Vor der kostenlosen Tour haben wir deshalb im lokalen Costa Schutz vor dem Regen gesucht. Juho, Noora, Inkku und Svenja.

Typisch Englisch: Prunkvolle Fassade und..

... hässliche Rückseite. Sieht ja eh keiner?? Denkste!

Ich vor dem Drehort zahlreicher englischer Verfilmungen von Romanen à la Jane Austen, dem Royal Crescent. Trotz vieler moderner Elemente wie zum Beispiel den Autos der heutigen Anwohner...

... hat das 18th-century-feeling gestimmt :)

Der Circus. In einem der Häuser rechts hat bis vor Kurzem Nicolas Cage gewohnt.

Jane Austen hat für einige wenige Jahre hier gewohnt und erwähnt den Ort manchmal in ihren Romanen, aber die Stadt spielt das natürlich alles ein bisschen hoch, z.B. indem sie Straßen Namen berühmter Charaktere aus den Büchern gibt.

Am River Avon.

Nach der Tour ging es in die Ruinen dessen, was Bath seinen Namen gegeben hat: Die römischen Bäder. Hier eines der Highlights, die Bruchstücke des Eingangs zum Haupthaus. Mithilfe von Projektionen wird für den Besucher rekonstruiert, wie der Torbogen komplett aussah.

Die römische Fußbodenheizung bestand prinzipiell aus einem doppelten Boden; in den Zwischenraum (der durch die Ziegeltürmchen abgestützt wurde) wurde heiße Luft geleitet.

Wer gedacht hat, das alte Rom sei farblos / beige gewesen wird hier eines Besseren belehrt: das Modell links zeigt, wie das original Türmchen rechts vor zweitausend Jahren ausgesehen haben muss.

Auch sehr interessant waren die vor Ort ausgegrabenen Flüche. Römer schrieben ein Gesuch an die Göttin des Tempels (Sulis Minerva), Diebe zu bestrafen, und versenkten das Plättchen zusammengerollt im heiligen See. Auf dem oberen soll der Verbrecher seinen Verstand und seine Augen verlieren.

Der Höhepunkt war dieses Bad: das Becken und das Wassersystem sowie größtenteils die Wände sind original, alles andere ist Rekonstruktion. Das Wasser dampft und blubbert, weil heißes Wasser aus dem Boden aufsteigt. Cool.


Dieses Bild unterscheidet sich vom letzten durch 4 Dinge: 1. ich bin nicht drauf, 2. es ist von der gegnüberliegenden Seite aufgenommen, 3. unten rechts sitzt eine Schauspielerin in römischem Kostüm und 4. oben im Hintergrund sieht man die Kathedrale von Bath.

In der Kathedrale. Zum Eintritt wurden 2,50 Pfund Spende "empfohlen", aber ich hab mir einen Student Discount gegeben ;)

Highlights: Eine winzige Kapelle mit einer tollen Atmosphäre dank cleverer Beleuchtung. Sehr einladend, irgendwie.

Die kunstvolle Decke. Für alte Leute mit steifem Nacken gab es einen Spiegel, in dem man das Kunstwerk betrachten konnte.

Außerdem: eine Dauerausstellung über wunderschön detailreich gestaltete Bibelverse. Was man dafür für eine Geduld haben muss.

Das ehemalige Empire-Hotel vor den Parade Gardens. Der Park ist auf demselben Level wie Aquae Sulis, Bath zur Zeit des Römischen Reiches. Über die Jahrhunderte wurde dann Sand vom Fluss angeschwemmt, und die Stadt wuchs höher und begrub die römischen Ruinen unter sich, weshalb sie heute noch so toll erhalten sind. Das Hotel warb damit, Cottage, Manor House und Castle in Einem und somit für alle Klassen zugänglich zu sein - deshalb das komische Dach.

Pulteney Bridge. Wäre das Bild größer, würde man im Hintergrund die feinen Häuser am Hang sehen. Baths Architektur ist so protzig / die Stadt ist so wohlhabend, weil im 18./19. Jahrundert die High Society hier Kururlaub gemacht hat und schicke Sommerhäuser brauchte. Auch heute noch gibt es recht wenige moderne / hässliche Bauten, und wenn dann wegen den Deutschen (huch).

No comments:

Post a Comment